Diskriminierung dicker Menschen

Dicke Menschen werden in der heutigen Gesellschaft leider oft diskriminiert. Viele verachten oder verspotten Dicke und empfinden Übergewichtige als abstoßend. Dick zu sein wird automatisch gleichgesetzt mit hässlich und faul. Aber was gibt diesen Leuten das Recht, entscheiden zu dürfen, was hässlich und was schön ist? Für jeden Menschen bedeutet Schönheit etwas anderes. (siehe auch: Schönheitsideale im Wandel der Zeit)

In Deutschland gibt es zwar Gesetze gegen Diskriminierung, aber diese schützen nur vor Ungleichbehandlung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Identität. Diskriminierung wegen des Körpergewichts oder der Figur ist nicht ausdrücklich verboten. Das sollte sich dringend ändern.

Verschlimmert wird die Situation noch durch die "Gehirnwäsche" der Medien. Es vergeht fast kein Tag ohne eine Fernsehsendung mit irgendwelchen Diäten oder Abnehmtipps. Außerdem sieht man ständig Werbung für Mittel, die das Abnehmen erleichtern oder beschleunigen sollen. Dazu kommen in jüngster Zeit noch die sogenannte Abnehmspritze und weitere neu entwickelte Medikamente, die den Übergewichtigen geradezu aufgedrängt werden. Ganz zu schweigen von den Weight Watchern, die auch noch den letzten Dicken überreden wollen, endlich abzunehmen.

Warum der ganze "Abnehmterror"? Natürlich ist Dicksein nicht unbedingt gesund. Das wissen wir alle. Aber trotzdem sollte jeder selbst entscheiden dürfen, ob er dick sein möchte, ohne von anderen dafür angegriffen oder bevormundet zu werden. Es gibt durchaus Menschen, die gerne dick sind und einen weichen, üppigen Körper als schön und sexy empfinden. Dazu gehören auch die Fettfetischisten.

Fettfetischismus bzw. Feeding ist keine Krankheit oder Essstörung und hat nichts mit psychischen Störungen wie Binge Eating oder Fresssucht zu tun. Als Fettfetischist hat man einfach eine andere Vorstellung von Schönheit. Viele Leute, die es schön finden, schlank zu sein, machen eine Diät, um dieses Ziel zu erreichen. Umgekehrt versuchen Fettliebhaber, entsprechend mehr zu essen, um dicker zu werden, da für sie ein dicker Körper eben viel attraktiver und erstrebenswerter ist als ein dünner. Nur leider versteht das die Allgemeinheit kaum. Als Fettfetischist wird man oft als krank oder pervers beschimpft. Warum? Nur weil man eine andere Vorstellung von einem schönen Körper hat? Es ist sehr schade, dass dicke Menschen oder Fettfetischisten nicht akzeptiert werden, nur weil sie anders sind. Ich fände es schlimm, wenn es nur noch Schlanke und keine Dicken mehr gäbe. Wo bliebe da die Vielfalt? Das wäre doch eine sehr langweilige und eintönige Welt, wenn alle gleich aussehen würden.

Ich bekomme oft Mails, in denen ich als verrückt und krank bezeichnet werde. Ich solle lieber abnehmen, weil das viel gesünder wäre. Aber diese Leute begreifen nicht, dass man sich nicht aussuchen kann, Fettfetischist oder Fettliebhaber zu sein. Das ist man einfach. Genauso wenig, wie man sich aussuchen kann, homo- oder heterosexuell zu sein. Das ist man von Natur aus.

Nach meiner bisherigen Erfahrung entwickelt sich diese spezielle Neigung zu übergewichtigen, molligen Körpern bereits in der frühen Kindheit. Alle Betroffenen, mit denen ich mich bisher unterhalten habe, haben mir Ähnliches berichtet. Die meisten haben schon als kleines Kind davon geträumt, irgendwann einmal einen dicken Bauch zu bekommen, konnten diese Gedanken aber noch nicht richtig einordnen. Wirklich bewusst wird man sich dieser Neigung meist erst mit der Pubertät.

Natürlich kann man versuchen, seine Vorlieben zu verdrängen, weil es ja "so gesund ist, schlank zu sein" und die Mehrheit der Bevölkerung es schöner findet, aber auf diese Weise wird man sicher kein erfülltes und glückliches Leben führen.

Fettfetisch
Ein großer, weicher, kuscheliger Bauch kann wunderschön sein.